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Pressemitteilung zum Weltfrauentag

Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in politischen Institutionen muss man mit der Lupe suchen – das muss sich ändern!

                                                                                                                      Hildesheim, den 07.03.2021

In einer repräsentativen Demokratie wie Deutschland sollte es selbstverständlich sein, dass unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in politischen Institutionen wie Parlamente und Regierung vertreten sind. Das würde sicherstellen, dass ein repräsentativer Querschnitt unterschiedlicher Erfahrungen und Perspektiven miteinander um den besten Weg für das Gemeinwesen verhandeln.  Doch von solchen Normalzuständen ist Deutschland noch ein gutes Stück entfernt. Zwar leben in Deutschland über 21 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte (ca. 26% der Bevölkerung), aber Frauen mit Migrationsgeschichte in politischen Institutionen muss man mit der Lupe suchen. Dieses für die demokratische Kultur ungünstige Lage möchte der Bundesverbands Interkultureller Frauen in Deutschland (BIF e.V.) mit seinem Modell-Projekt „Politfix“ ändern.

Integration findet vor Ort statt und die Bäume wachsen vom Boden Richtung Himmel. Gemäß dieser Einsicht möchte der Bundesverband Interkultureller Frauen bundesweit Kandidatinnen mit Zuwanderungsgeschichte ermutigen, sich als ersten Schritt in die Politik für kommunale Parlamente und Integrationsbeiräte zu engagieren. Mentorinnen, die bereits Erfahrung mit dem politischen Einstieg in Nordrhein-Westfalen bei der Kommunalwahl am 13.09.2020 gesammelt haben, unterstützen dabei die Novizinnen in Hessen mit Rat und Tat. Insgesamt 75 Teilnehmerinnen sollten in der ersten Projektphase für die Wahlen in Hessen am 14.03.2020 mitmachen. Mittlerweile liegt die Zahl bei über 80 Anmeldungen.

Die Leiterin des Projekts, Galina Ortmann, ist von der Resonanz positiv überrascht: “Wir hätten beim Projektstart um die Jahreswende mit Weihnachtsferien und dem Lockdown nie damit gerechnet, dass wir so viele Frauen erreichen. Der Überlauf überwältigt unsere Ressourcen etwas, aber ich bin begeistert, dass die Teilnehmerinnen so engagiert dabei sind, die kulturelle und generationenübergreifende Vielfalt unserer Gesellschaft abbilden und voneinander lernen.“

Auch der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, war vom praxisbezogenen Ansatz: „Das Modellprojekt ‚Politfix‘ hat dafür die exakt passende Zielrichtung“, so angetan und hat gerne die Schirmherrschaft für Hessen übernommen.

In mehr als 12 zentralen Workshops innerhalb von sechs Wochen haben die Teilnehmerinnen auch von der Kooperationspartnerin praktische Tipps für Kommunikation, Online und Soziale Medien, Pressearbeit oder sicheren Umgang im Wahlkampf mit Corona bekommen. Darüber hinaus unterstützte der Verein „Halima Aktiv für Afrika (HAFA) e.V.“ als Kooperationspartner auch die Teilnehmerinnen.

Der Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland (BIFeV) ist ein gemeinnütziger, bundesweiter Verband von Frauen, mit Frauen und für Frauen. Er ist überparteilich, konfessionell ungebunden und ethnisch und kulturell vielfältig. Er bekennt sich zu den Werten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Hauptaufgabe des Vereins ist, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in allen Bereichen der Gesellschaft zu fördern.

Mit freundlichen Grüßen

Galina Ortmann

Bundesverband interkultureller Frauen in Deutschland e.V. (BIFeV)